Kindle

Die letzten Tage meines Lesens waren ja geprägt von zahlreichen Kindle-Reviews, die aber allesamt nicht so ganz dem entsprechen wie ich so ein Ding theoretisch gerne benutzen würde.

Ein erhellenderes Review gabs für mich im Theorieblog [1]. Eigentlich geht es da ja oft um Konferenzen, Tagungen oder wissenschaftliche Mitarbeiter Stellen, aber diesmal eben um den Kindle und in wiefern überhaupt diese E-Books für das wissenschaftliche Arbeiten relevant sein können. Auf das Blog wurde ich von einem Dozent hingewiesen, der da auch ab und an mal einen Beitrag verfasst.

Ich persönlich würde mich ja durchaus als technik-affin bezeichnen. Trotzdem kauf ich immer noch alle Bücher in Papier-Form und es ärgert mich wirklich sehr. Doch was mir momentan so an E-Readern und auch bei Diensten wie Instapaper und Read it later geboten wird ist für mich einfach unbenutzbar und zwar aus dem einfachen Grund: Ich kann nichts markieren oder mir irgendwelche Notizen machen! Es gibt so etwas einfach nicht!

Die iBooks App auf dem iPad ist zwar in der Lage, in ePub-Bücher Markierungen und Notizen zuzulassen, in PDFs aber nicht. Als Student bekommt man aber leider seine Texte nicht als ePub. An den Universitäten die ich so kenne ist es üblich Texte den Studenten als PDF zukommen zu lassen. Das ist dort einfach der De-facto-Standard.

Tja, und was musste ich heute im Theorieblog lesen: Der Kindle kann das auch nicht. Na toll! Der Kindle ist wirklich mitterweile ziemlich attraktiv. Ich finde den Preis von 140€ okay. Und das E-Ink Display ist einfach das Top-Alleinstellungsmerkmal. Ich klaue mir hier einfach mal das Zitat von Johnny Haeusler [2]:

“Mein erster Versuch, das Gerät zu benutzen, scheiterte einige Sekunden lang daran, dass ich die mit gestochen scharfer Schrift bedruckte Folie einfach nicht vom Kindle-Screen abgelöst bekam. Als ich feststellte, dass es sich keineswegs um eine Folie handelte, sondern bereits um den Screen des Kindle im Betriebszustand, war ich dann doch sehr beeindruckt.”

Yeah! Das will ich haben. Momentan lese ich PDFs in der Regel auf dem iPad und mache mir seperat Notizen in einem (total altmodischer Kram, will ich eigentlich nicht benutzen) Notizbuch. Das ist schwarz und das Band für das Lesezeichen ist mittlerweile leider ausgerissen. Und das mit dem iPad in der Sommer-Sonne lesen ist auch ein echtes Problem. Außerdem ist der Kindle günstiger und sieht nicht so schick aus. Man kann ihn einfach mal so in die Tasche stecken, ohne sich groß Gedanken machen zu müssen. Ich habe zwar auch diese komische Pinguin-Leder Hülle für das iPad, aber die sieht mit der Zeit einfach furchtbar aus und riecht wunderlich.

Wenn also der Kindle eine angemessen Markier- und Kommentierfunktion hätte wäre ich schon zufrieden. Richtig glücklich wäre ich, wenn er z.B. in der Lage wäre sich einfach die PDFs aus meiner Dropbox zu holen, da die dort ohnehin schon lagern. Außerdem sehe ich nicht ganz ein, für eine digitale Version eines Buches den selben Preis wie für die Papier-Fassung zu bezahlen. Aber das ist wieder ein anderes Thema. Aber solange die beiden Dinge nicht gehen, wird das wohl nichts mit dem Kindle und ich nehme halt weiterhin das gut alte Holz.

Übrigens wäre noch ein interessanter Anwendungsfall der, der in dem Bild dort oben gezeigt wird. Mit iBooks auf dem iPad funktioniert das zumindest schon ziemlich gut!

Nachtrag I (21.05): Ich muss noch etwas berichtigen. So wie es aussieht fehlt es nur dem Kindle DX an einer Notiz- und Markierfunktion. Laut der Amazon-Produktseite kann der kleinere Kindle, der momentan in Deutschland verkauft wird, sehr wohl Notizen und Markierungen. Dort steht unter dem Absatz “PDF-Reader”:

Jetzt mit Wörterbuchsuche, Notizfunktion sowie Texthervorhebung und Unterstützung von passwortgeschützten PDF-Dateien.

Mich würde mal interessieren wie sich das dann in der Praxis bewährt. Ist das alles einigermaßen benutzbar? Mal sehen ob ich irgendwo so ein Ding in die Hand bekomme.

Nachtrag II (22.05): Noch ein kritischer Eintrag zu dem Thema hier [3]. Die Kritik, dass das Display keine Animation und Farbe kann finde ich nur irgendwie etwas seltsam. Der Kindle ist eindeutig nur zum Lesen von Büchern oder PDFs gemacht. Wofür ich da Animationen und Farbe brauche ist mir irgendwie unklar. Ganz interessant ist aber die Kritik an der Bedienung und daran, dass alles doch irgendwie sehr billig wirkt. Hätte nicht gedacht dass es so schlimm ist.

Nachtrag III (22.05): Achja. Da fällt mir ein: Ich bin mir übrigens sehr sicher dass es der Kindle heißen muss. Es kommt nämlich von “Der E-Book Reader”. Das bestätigt auch der Duden [4]. Also: Das Blog. Der Kindle.

Ein Kommentar

  • […] Bild. Wenn von E-Ink gesprochen wird, muss so etwas auch erreicht werden. Edit: Okay, nach diesem Meta-Review nehme ich die Schärfe-Bedenken zurück, mag Grau in Grau und billige Hardware allerdings immer […]

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